Warum gute Vorsätze scheitern - und wie sie im Alltag wirklich gelingen
Gute Vorsätze brauchen Alltagstauglichkeit
Mehr Bewegung, weniger Stress, gesünder essen oder endlich wieder mehr auf sich selbst achten. Zum Jahresbeginn nehmen sich viele Menschen viel vor. Die Motivation ist groß, doch oft hält sie nur kurze Zeit. Schon nach wenigen Wochen schleichen sich alte Gewohnheiten wieder ein und aus guten Vorsätzen wird ein schlechtes Gewissen.
Pater Tobias aus Duisburg-Neumühl kennt diese Erfahrung aus vielen Gesprächen. Der als Marathon Pater bekannte Geistliche geht wöchentlich regelmäßig bei Marathon- und Ultraläufen an die Startlinie. Für ihn ist Bewegung kein kurzfristiges Projekt, sondern Teil eines bewussten Lebensstils.
Der wichtigste Tipp für dauerhaftes Durchhalten lautet, realistisch zu bleiben. Viele Menschen nehmen sich zu viel auf einmal vor und verlieren beim ersten Rückschlag die Motivation. Statt radikaler Veränderungen empfiehlt Pater Tobias kleine Schritte. Regelmäßige Bewegung, angepasst an die eigenen Möglichkeiten, wirkt nachhaltiger als überzogene Ziele. Wer langsam beginnt und sein Pensum stetig steigert, bleibt langfristig dabei.
Ebenso wichtig ist es, Ziele konkret zu formulieren. Vage Vorsätze lassen sich schwer umsetzen. Klare Absprachen mit sich selbst helfen, den eigenen Weg im Blick zu behalten. Rückschläge gehören dabei dazu. Niemand ändert alte Gewohnheiten von heute auf morgen. Entscheidend ist, nicht aufzugeben, sondern wieder neu anzufangen.
Kleine Schritte statt großer Versprechen
Auch Pausen und Belohnungen spielen eine wichtige Rolle. Wer sich über kleine Etappensiege freut und sich bewusst Zeit für sich nimmt, stärkt die eigene Motivation. Ein freier Nachmittag ohne Termine, ein gutes Buch, ein Spaziergang oder ein Saunabesuch helfen, Körper und Geist in Balance zu halten.
Ein weiterer Schlüssel liegt in einfachen Alltagsroutinen. Dazu gehört auch die Ernährung. „Zwei Äpfel am Tag geben die nötige Power“, sagt Pater Tobias. Jeden Morgen beginnt er den Tag mit selbst geflocktem Hafer, verschiedenen Beeren und Akazienhonig. Eine bewusste, einfache Ernährung liefert Energie und unterstützt Konzentration und Leistungsfähigkeit.
Auch sportlich blickt der Marathon Pater nach vorne. Im August startet er beim Marathon in Sydney und holt sich dort den siebten Stern der großen Weltmarathonserie. In Afrika wird er an den Start gehen und einen Marathon in Togo laufen.
Seine Botschaft zum Jahresbeginn ist klar. Gute Vorsätze müssen nicht perfekt sein. Sie müssen zum Alltag passen. Wer sich Zeit lässt, kleine Schritte geht und sich selbst ernst nimmt, kann langfristig etwas verändern.